annemarie kury

Annemarie Kury

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Bosnienbericht von der 175. Fahrt von 17. bis 25. März 2013 

Liebe Spender, liebe Freunde, liebe Bosnien-Interessierte!

Unsere heurige Frühlingsfahrt war winterlich, aber doch sehr hilfreich.

Dr. Werner Biffl,  Xaver und Julian, zwei Studenten aus der Pfarre Wien Gersthof, und ich, fuhren mit zwei Autos und vielen Sachen wieder nach Bosnien. Zwei Tage später kam ein dreiköpfiges, besonders einfühlsames Filmteam nach, um uns mit ihrer Kamera bei Familienbesuchen unserer ganz armen Patenkinder zu begleiten.

Xaver und Julian mussten am nächsten Tag zurück, das österreichische Bundesheer im Auslandseinsatz Bosnien half uns im Kanton Tuzla .

1.  Koraci  nade ( Schritte der Hoffnung) das Tageszentrum für Kinder mit multiplen Behinderungen in Tuzla
ist ein wunderschönes neues Haus.  Sehr gut ausgebildete, professionelle, liebevolle bosnische Therapeutinnen- und über 100 Kindern die zur Therapie kommen, beleben das Haus. 

Leider ist die finanzielle Lage ganz schlecht, da die Gemeinde kein Geld hat oder gibt.
Ursprünglich kamen 50 % der Kosten –dann 30% und seit Nov. 2012 keine Zahlung vom Staat. Daher muss das Zentrum nun nur von Spenden und den  Mitgliedsbeiträgen der Eltern  (5.- € monatlich) überleben- kann aber nicht, da nur 30 % der Eltern ein Einkommen haben und zahlen können.

Dieses „modernste, schönste Therapiezentrum des Westbalkan“ wie es der Bürgermeister bei der Eröffnung vor drei Jahren nannte, wurde von österreichischem  Geld (Hauptsponsor RZB) erbaut und es wäre schade, ja unverantwortlich, wenn es nicht weiter arbeiten  könnte. Die Therapeutinnen  bekommen jetzt nur mehr 300.-€ als Monatsgehalt, ab Juli ist kein Geld mehr vorhanden.

Wir hatten ein langes gutes Gespräch mit dem Bürgermeister von Tuzla und der Leiterin des Zentrums um eine Lösung für die  Finanzierung von Koraci nade zu finden. Es wird  jetzt eine Übernahme des Vereins Koraci nade  von Kanton (=Bundesland) und Gemeinde angestrebt. Wie können wir die Zeit (etwa 10 -12 Monate wird der Übergabeprozess dauern) finanziell überbrücken?

Zehn unserer Patenkinder sind zur Therapie in Koraci nade.

2. Familienbesuche
So auch SAMRA und ihre in Österreich frühgeborene, spastische  Schwester AZRA. Die Mutter Samira hat nun ein altes Auto, womit sie die Kinder in die Schule (5 km) und 1 mal in der Woche zur Therapie (50 km) bringen kann. Danke!
In K N ist auch der Spastiker SABAN, eines der neun Kinder von der Witwe Samanta. Samanta hat nun Wasser im Haus! Danke!

Unserem Wachkomapatienten Nevres geht es unverändert - das neue Bett bringt der Familie Erleichterung bei der Pflege. DANKE für Bett und mühsamen Transport!!! Die Frau und die drei Kinder (9, 13, und 15 Jahre) pflegen den Mann bzw. den Vater rund um die Uhr seit zwei Jahren liebevoll. Außer unserem Patenschaftsgeld stehen ihnen nur € 180,- monatlich zur Verfügung. Die Kinder machen trotz dieser Belastungen Karate und sind Vorzugsschüler.
 
Mirsada ist im Altersheim nicht ganz zufrieden, doch ist es die einzige Möglichkeit für sie.

Die  Paten-, die Waisenkinder Ramo und Ibro sind bei einer guten Pflegefamilie, die selbst drei Kinder hat, sie entwickeln sich ganz gut weiter.

Suljo, der 50jährige Spastiker, bekam einen Rollstuhl, seine zarte Mutter trägt ihn meist am Rücken. Suljo hört nicht und kann nicht sprechen, so hat seine Mutter (und nur sie ist seine Dolmetscherin!) eine eigene Gebärdensprache mit ihm entwickelt. Da spüre ich so viel Liebe!
 
Dies sind 6 von 34 Hausbesuchen - hier die Bilddokumentation dieser Besuche.

Ich kann nicht von allen schreiben, seid neugierig, denn es wird in ein paar Monaten der jetzt gedrehte Film über die Sozialprojekte in Bosnien im ORF gesendet. Vielleicht gelingt es damit, die Gedanken hin zu lenken zu gleichen Lebensbedingungen, gleiches Recht, gleiche Gegebenheiten.

Nicht nur  das Teilen von Materiellem, sondern auch von Hoffnung, von Zeit, oder was jeder hat, sind dringend notwendig. Viele  Menschen arbeiten zu viel - andere bekommen keine Arbeit, in Bosnien sind es nur 50 %. Die Situation wird in Bosnien nicht besser, leider schlechter. Arbeit zu bekommen ist nicht nach dem Leistungsprinzip sondern nur mit Freundschaft oder Bestechung möglich.

Diese Perspektivlosigkeit für so viele junge Menschen in Bosnien führt zu dem großen Drängen ins Ausland. Ausbildung in Sprachen und berufliche Fachkenntnisse sind dazu notwendig. Eine unserer Schützlinge hat trotz fünf Kindern (15-27 Jahre) mit unserer finanziellen Hilfe eine Ausbildung zur Altenpflegerin mit Auszeichnung abgeschlossen und selbständig Deutsch gelernt.

Nun versuchen wir, in Österreich gesuchte Facharbeiter auszubilden, um einigen Familienvätern in Bosnien die Möglichkeit zu geben, ihre Familien zu erhalten.

Viele, sehr viele suchen in Bosnien nach kleinsten Stücken Alteisen im Müll - so sagen sie - und tatsächlich suchen sie nach etwas Essbarem.

Eine unserer Schützlinge hat sich vor kurzer Zeit  mit Benzin übergossen und angezündet, da sie den Hunger ihrer vier Kinder nicht mehr ertragen wollte. Eine Nachbarin hat sie gerettet.

Im Herbst besuche ich wieder alle unsere Patenkinder (und Erwachsenen) und bringe die Spenden persönlich zu ihnen.

Jetzt wäre hier eine Liste von Spendern und Helfern angesagt ... sie wäre sehr, sehr lang! Bitte versteht und nehmt meinen und den Dank der VIELEN in Bosnien an, teilt ihn EUCH diesem großen, großen DANK.

Ich wünsche ALLEN einen guten Sommer mit Sonne zum Auftanken und Ruhefinden

Und grüße  Dich / Sie / Euch  sehr herzlich

Eure / Ihre / Deine Annemarie Kury